Am 12. März besuchte die Zeitzeugin Kerstin Seifert (Jahrgang 1964) die Klasse 10d im Geschichtsunterricht.
In Kooperation mit der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ reist Frau Seifert durch Deutschland und erzählt von ihren Erfahrungen als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene in der damaligen DDR. Nach einer geborgenen Kindheit fing sie leise an zu rebellieren. Sie weigerte sich, für die DDR-Staatssicherheit enge Freunde auszuhorchen. 1983 begann die Staatssicherheit, Frau Seifert zu überwachen, da sie sich in einen jungen Westdeutschen verliebt und Kontakt zu Regimekritikern aufgenommen hatte. Sie stellte mehrere Ausreiseanträge, die sie trotz großen Drucks durch Bekannte nicht zurückzog. Im August 1985 wurde sie verhaftet und zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Kerstin Seifert saß von August 1985 bis Mai 1986 in unterschiedlichen DDR-Haftanstalten, bis sie dann im Mai 1986 durch die Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurde.
Besonders aufschlussreich waren ihre Schilderungen des alltäglichen Lebens einer Jugendlichen in der DDR. Alles in allem war es eine sehr spannende Geschichtsstunde, in der viele offene Fragen geklärt und neue Eindrücke gewonnen wurden.
