Spielzeit 2007/08:
Schauspielhaus
Der Gott des Gemetzels
Schauspiel von Yasmina Reza

Ferdinand verprügelt Bruno. Auf dem Schulhof. Einer hat gepetzt, einer verliert zwei Schneidezähne, und es lässt sich nicht recht nachvollziehen, wie es zu dieser Schlägerei eigentlich gekommen ist. Die Eltern der beiden treffen sich, um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen und die Sache »auszuräumen«, wie sie meinen. Dabei beweisen die anscheinend so sympathisch-intakten und pädagogisch-korrekten Paare einmal mehr, dass sie sich keinesfalls immer »erwachsen und zivilisiert« benehmen. Es kommt zu Sticheleien, unangenehmen Enthüllungen, Wortgefechten, Handgreif-lichkeiten - zur regelrechten Saal-schlacht … — Yasmina Reza, die vor Jahren den Theater-Coup »Kunst« landete, ist weltweit die meistgespielte Theaterautorin der Gegenwart. Die Kölner Erstaufführung von »Der Gott des Gemetzels« inszeniert die neue Schauspiel-Intendantin Karin Beier.

HORIZONT Theater
Playing from the Heart
Schauspiel von Charles Way

Das Stück ist angelehnt an die Autobiographie der in England sehr bekannten tauben Weltklasseperkussionistin Evelyn Glennie. Kurz vor dem Wechsel in eine weiterführende Schule erfuhr sie, dass die rapide Abnahme ihrer Hörfähigkeit unweigerlich zu unheilbarer Gehör-losigkeit führt. Sie weigerte sich aber, auf eine Gehörlosenschule zu gehen und verschwieg ihre Taubheit. Weil sie Lehrern und Mitschülern von den Lippen ablesen konnte, merkten diese lange nicht, was mit ihr los war. Es ist die Entschlossenheit, die aus einem Schicksalsschlag erwächst, der mit einem »Und dennoch!« beantwortet wurde, die diese Figur so spannend macht.

artheater/moving theatre
Der Kissenmann | 24. - 26.10.2007
Thriller von Martin McDonagh

Eine fiktive Diktatur; ein Schriftsteller, der Horrorgeschichten schreibt; Kindermorde, die dem Schema dieser Geschichte zu folgen scheinen; ein Verhörzimmer, wo mit allen Mitteln die »Wahrheit« gefunden werden soll. Spannende Perspektivwechsel, skurrile Figuren und »brutale« Komik prägen diesen Bühnen-Thriller. Es ist eine Geschichte vom Geschichten erzählen: von der Faszination des Grauens und dem, was wir das »Verhältnis zur Wirklichkeit« nennen. Dieses Meisterwerk des schwarzen Humors wurde am Londoner West End und am New Yorker Broadway euphorisch von den Kritikern gefeiert, die Inszenierung des artheaters wurde mit dem Kölner Theaterpreis 2006 ausgezeichnet.

Freies Werkstatt Theater/Ensemble Theaterwandel
Faust — Der Tragödie erster Teil
von Johann Wolfgang von Goethe

Als Magier, gescheiterter Gelehrter und Mediziner versucht Faust der Realität zu entfliehen. Durch seinen exzessiven Lebensdrang auf der Suche nach unerfüllten Wünschen, nach Liebe und Abenteuer, findet er sich in einer Welt der Hexerei, auf der Schwelle zu übersinnlicher Erkenntnis wieder. Von Selbstvorwürfen geplagt, wird Faust konfrontiert mit der Frage nach dem Sinn seines Treibens.In seiner Illusionswelt gefangen, findet er alleine keinen Ausweg und hofft durch den Pakt mit demjenigen, der ihm »alles« bieten kann, Mephisto, zur Wahrheit vorzudringen. Der Pakt verschafft ihm enorme Vorteile, allerdings wird ihm auch auf tragische Weise der Weg zu
echter Liebe und menschlicher Begegnung verstellt.

MILAN SLADEK (Aula des Königin-Luise-Gymnasiums)
Solopantomime | 26.02.2008


wahlweise »plus« Opernprogramm

Opernhaus
Der Freischütz | 8.11.2007
von Carl Maria von Weber

Der Inbegriff einer tief-romantischen »Nationaloper«, mit zahlreichen Melodien, die volksliedhafte Popularität errangen. Zwei Konkurrenten buhlen um Elisabeth, die Tochter des Erbförsters: Max, dem ein frommer Eremit zur Seite steht, und Kaspar, der mit Samiel, der Symbolfigur des Bösen, paktiert.. Entscheiden soll ein gefährlicher »Probeschuss«.

Rotter | 11.04.2008
von Torsten Rasch

Rotter, ein Mann aus Deutschland, geht seinen Weg: als Metzgerlehrling, als Hitlers Soldat, beim Aufbau der DDR. Er will immer weitermachen, auch wenn das außer ihm keinermehr will. – Diese sich über ein halbes Jahrhundert erstreckende Geschichte erzählt dasTheaterstück Rotter von Thomas Brasch, aus dem Katharina Thalbach, die dieses Auftragswerk der Kölner Oper auch inszenieren wird, und Christoph Schwandt einen Operntext entwickelt haben. Der Komponist Torsten Rasch wurde 1965 in Dresden geboren, wo er auch sein Studium absolvierte. Danach lebte und arbeitete er mehrere Jahre in Japan. Seine CD »Mein Herz brennt«, für die er Stücke der Heavy-Metal-Band Rammstein adaptierte, wurde millionenfach verkauft und mit dem Echo Classical Award ausgezeichnet.




Programme der Spielzeiten:

2006/07
2005/06
2004/05